Steuerberater werden

Steuerberater werden

 

Die Ausübung der Berufstätigkeit als Steuerberater ist gesetzlich geregelt. Steuerberater kann nur werden, wer zuvor zum Steuerberater bestellt wurde. Die Bestellung erfolgt durch die zuständige Steuerberaterkammer und setzt eine erfolgreich abgelegte Steuerberaterprüfung voraus.

 

Die Bestellung erfolgt auf Antrag bei der Steuerberaterkammer und muss folgende Unterlagen enthalten:

  • Bescheinigung über die erfolgreich abgelegte Steuerberaterprüfung
  • ein Passbild
  • Deckungszusage einer Berufshaftpflichtversicherung oder den Nachweis der Mitversicherung beim Arbeitgeber
  • Syndikus-Steuerberater benötigen außerdem eine Arbeitgeberbescheinigung sowie einen Nachweis über eine eigene Berufshaftpflichtversicherung.
  • Für die Bearbeitung des Antrages wird eine Gebühr erhoben.

 

Nähere Informationen dazu erteilen die zuständigen Steuerberaterkammern auf ihren jeweiligen Internetseiten.

 

Neben der fachlichen Eignung prüft die zuständige Steuerberaterkammer vor der Bestellung die persönliche Eignung der Antragsteller/innen. Dabei ist die Bestellung gemäß Steuerberatungsgesetz vor allem zu versagen, wenn der/die Bewerber/in

  • nicht in geordneten wirtschaftlichen Verhältnissen lebt,

  • infolge strafgerichtlicher Verurteilung die Fähigkeit zur Bekleidung öffentlicher Ämter nicht besitzt,

  • aus gesundheitlichen Gründen nicht nur vorübergehend unfähig ist, den Beruf ordnungsgemäß auszuüben,

  • sich so verhalten hat, dass die Besorgnis begründet ist, er werde den Berufspflichten als Steuerberater/in nicht genügen, oder keine Berufshaftpflichtversicherung vorliegt.

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Wie wird man Steuerberater?

Grundsätzlich gibt es keine vorgeschriebene Ausbildung, wie man Steuerberater wird. Voraussetzung für den Beruf Steuerberater ist die Zulassung zur Steuerberaterprüfung. Nach dem Steuerberatungsgesetz (StBerG) findet Zugang zur Prüfung, wer ein

  • abgeschlossenes wirtschafts- oder rechtswissenschaftliches Studium oder
  • eine kaufmännische Ausbildung abgeschlossen hat und
  • Angestellte in der Finanzverwaltung, die entsprechende mehrjährige, einschlägige Berufspraxis nachweisen.

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Der Zugang zum Beruf als Steuerberater/in kann z.B. über folgende Studienfächer erfolgen:

  • Betriebswirtschaftslehre mit Fachrichtung Steuern, Prüfungswesen (Bachelor/ Master)

  • Betriebswirtschaftslehre, Business Administration (Bachelor)

  • Steuern, Prüfungswesen (Bachelor)

  • Wirtschaftsrecht (Bachelor)

  • Wirtschaftswissenschaften (Bachelor)

 

Weiterführende Studienfächer für Bachelorabsolventen/-absolventinnen

Wer Führungspositionen oder Tätigkeiten in Forschung und Lehre anstrebt, kann - sofern er die Voraussetzungen erfüllt - ein Masterstudium anschließen, z.B.:

  • Betriebswirtschaftslehre, Business Administration (Master)

  • Steuern, Prüfungswesen (Master)

  • Wirtschaftsrecht (Master)

  • Wirtschaftswissenschaften (Master)

 

Weitere Qualifikation nach einem Masterabschluss

Für eine wissenschaftliche Laufbahn an der Hochschule ist in der Regel eine Promotion erforderlich, für die Berufung zum Hochschulprofessor bzw. zur Hochschulprofessorin benötigt man in der Regel eine Habilitation. Die Promotion erleichtert ggf. auch in der Privatwirtschaft, im Bereich der Forschung und in der öffentlichen Verwaltung den Zugang zu gehobenen beruflichen Positionen.

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Interessen

Folgende Interessen sind wichtig und hilfreich, um den Weiterbildungsberuf als Steuerberater ausüben zu können. Dabei werden besonders die Interessen hervorgehoben, die im Vergleich zu den einschlägigen Ausbildungsberufen an Bedeutung gewinnen. Zu jedem Interessenbereich werden zur Veranschaulichung Tätigkeiten genannt.

Interesse an kaufmännisch-organisatorischen Tätigkeiten

  • z.B. Sicherstellen der Ausschöpfung sämtlicher Steuerersparnismöglichkeiten

  • z.B. Unternehmen bei Umstrukturierungen oder Änderungen der Rechtsform beraten und dabei betriebswirtschaftliche und steuerliche Aspekte berücksichtigen

  • z.B. Durchführen von Kosten-, Rentabilitäts- und Liquiditätsanalysen

Interesse an theoretisch-abstrakten Tätigkeiten

  • z.B. Prüfen von Steuerbescheiden

  • z.B. Analysieren von Einkommens- und Vermögensverhältnissen, Bilanzen, Gewinn- und Verlustrechnungen

Interesse an verwaltend-organisatorischen Tätigkeiten

  • z.B. sorgfältiges Führen von Büchern und Aufzeichnungen

Interesse an sozial-beratenden Tätigkeiten

  • z.B. umfassendes Beraten von Mandanten in Fragen der Steuererklärung

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Fähigkeiten, Kenntnisse und Fertigkeiten

Folgende Fähigkeiten, Kenntnisse und Fertigkeiten werden benötigt, um den Beruf des Steuerberaters lernen und ausüben zu können. Bei einigen Fähigkeiten wird ein Ausprägungsgrad genannt. Dieser gilt für den mittleren oder typischen Vertreter dieses Berufes.

 

Fähigkeiten

  • Leicht überdurchschnittliches allgemeines intellektuelles Leistungsvermögen

  • Leicht überdurchschnittliches rechnerisches Denken (Beispiele siehe unter Kenntnisse und Fertigkeiten)

  • Leicht überdurchschnittliches sprachliches Denken (Beispiele siehe unter Kenntnisse und Fertigkeiten)

  • Merkfähigkeit (z.B. umfangreiche, anwendungsbereite Kenntnisse vielfältiger rechtlicher Normen und Vorschriften, etwa aus dem Bereich Wirtschafts- und Steuerrecht)

  • Kaufmännische Befähigung (z.B. Analysieren und Optimieren von steuerlich relevanten Einnahmen und Ausgaben, Kalkulieren von Personal- und Sachkosten)

  • Befähigung zum Planen und Organisieren (z.B. Strukturieren und Bereitstellen von steuer- und finanzrechtlichen Informationen)

 

Darüber hinaus werden folgende Fähigkeiten benötigt, die auch für die Ausübung der Tätigkeiten in den einschlägigen Ausbildungsberufen erforderlich sind:

  • Wahrnehmungs- und Bearbeitungsgeschwindigkeit (z.B. rasches Überfliegen von Buchführungsunterlagen und Belegen)

  • Handgelenk-Finger-Geschwindigkeit (z.B. Erfassen von Daten am Computer)

 

Hinweis: Die Ausprägungsgrade beziehen sich auf Personen mit mittlerem Bildungsabschluss.

 

Kenntnisse und Fertigkeiten

  • Rechenfertigkeiten (z.B. Durchführen von Steuerberechnungen)

  • Verständnis für mündliche Äußerungen (z.B. Verstehen der Äußerungen von Mandanten)

  • Mündliches Ausdrucksvermögen (z.B. Kommunizieren mit Angestellten in Finanzämtern oder bei Kranken- und Sozialversicherungsträgern, Erteilen von Auskünften an Mandanten)

  • Textverständnis (z.B. Verstehen und Anwenden von komplizierten Gesetzestexten)

  • Schriftliches Ausdrucksvermögen und Rechtschreibsicherheit (z.B. Vorbereiten von schriftlichen Erläuterungsberichten zum Jahresabschluss)

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Arbeits- und Sozialverhalten

Einige Merkmale des Arbeits- und Sozialverhaltens sind gleichermaßen für alle Berufe relevant und werden deshalb nicht gesondert erwähnt. Hierzu gehören: Leistungs- und Einsatzbereitschaft, Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit, Ehrlichkeit, selbstständige Arbeitsweise, Kritikfähigkeit sowie angemessene Umgangsformen. Zusätzlich werden die nachfolgend genannten berufsspezifischen Merkmale benötigt, um diesen Beruf ausüben zu können.

  • Sorgfalt (z.B. gründliches und genaues Arbeiten beim Erstellen von Steuererklärungen)

  • Lernbereitschaft (z.B. sich auf dem Laufenden halten über die aktuelle Gesetzeslage und steuerlich relevante Bestimmungen)

  • Verschwiegenheit (z.B. Einhalten des Datenschutzes und vertraulicher Umgang mit personenbezogenen Informationen)

  • Psychische Belastbarkeit (z.B. Arbeiten unter Zeitdruck bei Jahresabschlüssen)

  • Kommunikationsfähigkeit (z.B. umfassendes und speziell auf den Kunden zugeschnittenes fachkundiges Beraten und Informieren über Steuerangelegenheiten)

  • Kunden- und Serviceorientierung (z.B. aktives Erfragen von individuellen Wünschen und bedarfsgerechtes Beraten der Mandanten in Beratungsgesprächen zu steuerrechtlichen, betriebswirtschaftlichen oder vermögensrechtlichen Fragen)

  • Durchsetzungsvermögen (z.B. Vertreten der steuerrechtlichen Interessen von Mandanten gegenüber Finanzämtern und vor Finanzgerichten)

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Kompetenzen

Die folgende Liste enthält eine Auswahl der wichtigsten Fertigkeiten und Kenntnisse. Die Auswahl dieser berufsbezogenen Kompetenzen erfolgt auf Basis der Auswertung von Stellen- und Bewerberangeboten.

 

Kernkompetenzen, die in diesem Beruf grundsätzlich erforderlich sind:

  • Abgabenordnung

  • Betriebswirtschaftslehre

  • Bewertungsrecht

  • Bilanzierung

  • Buchführung, Buchhaltung

  • Jahresabschluss

  • Nachlasspflegschaft

  • Steuerberatung

  • Steuerbescheide prüfen

  • Steuererklärungen anfertigen

  • Steuerrecht

 

Weitere Kompetenzen, die für die Ausübung dieses Berufs bedeutsam sein können:

  • Bilanzanalyse

  • Bürgerliches Recht, Zivilrecht

  • Erbrecht

  • Erbschaft- und Schenkungsteuer

  • Finanzierung

  • Finanzplanung

  • Gesellschaftsrecht

  • Gewerbesteuer

  • Grunderwerbsteuer

  • Gutachter-, Sachverständigentätigkeit

  • Handelsrecht

  • Körperschaftsteuer

  • Kosten- und Leistungsrechnung

  • Lohn-, Einkommensteuer

  • Personalwesen

  • Steuergestaltung

  • Steuerrechtsdurchsetzung

  • Treuhandwesen

  • Umsatzsteuer

  • Unternehmensberatung

  • Vermögensverwaltung

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