Steuerberater Ausbildung

Steuerberater/in ist eine berufliche Weiterbildung mit bundeseinheitlich geregelter Prüfung.

Ausbildung Steuerberater

Inhalt:

 

Die Ausbildung zum Steuerberater ist rechtlich nicht vorgeschrieben und fällt daher sehr unterschiedlich aus. Abhängig sowohl von der Unterrichtsform (Voll- oder Teilzeit, Fernunterricht oder Wochenendveranstaltungen) als auch von der inhaltsbezogenen Struktur dauern die Lehrgänge i.d.R. bis zu 2 Jahre. Für die Zulassung zur Prüfung ist die Teilnahme an einem Lehrgang nicht verpflichtend.

 

 

 

Darüber hinaus gibt es Weiterbildungen, die z.B. speziell auf die Themen "Internationales Steuerrecht" oder "Zölle und Verbrauchssteuern" zugeschnitten sind. Weitere Ausbildungsmöglichkeiten bestehen im Rahmen eines Studiums. Passende Studienfächer findet man über die nachfolgend aufgeführte Tätigkeitsbeschreibung. Informationen zur beruflichen Tätigkeit: Steuerberater/Steuerberaterin

Zur Prüfung ist zugelassen, wer die vorgeschriebene berufliche Vorbildung und Praxis nachweisen kann. Das Bestehen der schriftlichen Prüfung ist Voraussetzung für die Teilnahme an der mündlichen Prüfung. Die Steuerberaterprüfung wird nach dem Steuerberatungsgesetz (StBerG) auf folgender Grundlage durchgeführt: Verordnung zur Durchführung der Vorschriften über Steuerberater, Steuerbevollmächtigte und Steuerberatungsgesellschaften (DVStB).

 

Zugangsvoraussetzungen für die Ausbildung

Nach dem Steuerberatungsgesetz (StBerG) findet Zugang zur Prüfung, wer ein abgeschlossenes wirtschafts- oder rechtswissenschaftliches Studium oder eine kaufmännische Ausbildung abgeschlossen hat. Darüber hinaus können auch Beamte/Beamtinnen des gehobenen Dienstes sowie Angestellte in der Finanzverwaltung zugelassen werden. In jedem Fall ist eine mehrjährige, einschlägige Berufspraxis nachzuweisen.

 

Berufliche Vorbildung

Für die Zulassung zur Steuerberaterprüfung wird vorausgesetzt, dass der Bewerber bzw. die Bewerberin

  • ein wirtschaftswissenschaftliches oder rechtswissenschaftliches Hochschulstudium oder ein anderes Hochschulstudium mit wirtschaftswissenschaftlicher Fachrichtung erfolgreich abgeschlossen hat und - wenn die Regelstudienzeit des Hochschulstudiums weniger als vier Jahre beträgt - mindestens drei Jahre praktisch tätig gewesen ist oder
  • ein wirtschaftswissenschaftliches oder rechtswissenschaftliches Hochschulstudium oder ein anderes Hochschulstudium mit wirtschaftswissenschaftlicher Fachrichtung erfolgreich abgeschlossen hat und - wenn die Regelstudienzeit des Hochschulstudiums mehr als vier Jahre beträgt - mindestens zwei Jahre praktisch tätig gewesen ist (Wurde in einem Hochschulstudium ein erster berufsqualifizierender Abschluss erworben und, diesen Abschluss voraussetzend, ein weiterer berufsqualifizierender Abschluss erworben, werden die Regelstudienzeiten beider Studiengänge zusammengerechnet.), oder
  • eine Abschlussprüfung in einem kaufmännischen Ausbildungsberuf bestanden hat oder eine andere gleichwertige Vorbildung besitzt und nach Abschluss der Ausbildung zehn Jahre oder im Falle der erfolgreich abgelegten Prüfung zum geprüften Bilanzbuchhalter/zur geprüften Bilanzbuchhalterin oder zum Steuerfachwirt/zur Steuerfachwirtin sieben Jahre praktisch tätig gewesen ist oder
  • der Finanzverwaltung als Beamter/Beamtin des gehobenen Dienstes oder als vergleichbare/r Angestellte/r angehört oder angehört hat und dort mindestens sieben Jahre als Sachbearbeiter/in oder in mindestens gleichwertiger Stellung praktisch tätig gewesen ist

Die jeweils geforderte praktische Tätigkeit muss sich auf das Gebiet der von Bundes- oder Landesfinanzbehörden verwalteten Steuern erstrecken und mindestens 16 Wochenstunden umfassen.

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Ausbildungsinhalte

In den Vorbereitungskursen auf die Steuerberaterprüfung lernt man beispielsweise:

  • Einkunftsarten zu unterscheiden
  • Personengesellschaften zu gründen
  • Betriebsvermögen zu bewerten
  • Einnahme-Überschuss-Rechnungen durchzuführen
  • Grundlagen des Ablaufs finanzgerichtlicher Verfahren
  • Wissenswertes über die Besonderheiten von Personen- und Kapitalgesellschaften
  • was zu beachten ist, wenn Gesellschafter in eine Personengesellschaft eintreten beziehungsweise wieder ausscheiden
  • Kapital- in Personengesellschaften umzuwandeln
  • worauf zu achten ist, wenn Kapitalgesellschaften gespalten beziehungsweise verschmolzen werden
  • Buchführung und Bilanzen zu überprüfen
  • wie Steueransprüche entstehen (Steuern auf Einkommen und Ertrag, Erbschaftsteuer, Grundsteuer, Besteuerung der Personen- und Kapitalgesellschaften, Umsatzsteuer, Gewerbesteuer, Verbrauchs- und Verkehrssteuern)
    Grundzüge von Zollrecht, Handelsrecht, bürgerlichem Recht, Insolvenzrecht, Recht der Europäischen Gemeinschaft und Steuerstrafrecht

Während der Vorbereitungskurse können Probeklausuren und weitere schriftliche Lernkontrollen durchgeführt sowie mündliche Prüfungen simuliert werden.

Vorbereitungslehrgänge auf die Weiterbildungsprüfung finden in den Schulungsräumen der jeweiligen Bildungseinrichtung statt. In der Regel arbeiten die angehenden Steuerberater/innen während ihrer Vorbereitung weiter in ihrer normalen Arbeitsumgebung und verbringen einzelne Ausbildungsabschnitte bzw. einzelne Tage in der Schule, wenn sie die Vorbereitungslehrgänge auf die Prüfung in Teilzeit und berufsbegleitend absolvieren. Die Schulen bereiten auf die Prüfung aber vereinzelt auch im Vollzeitunterricht vor.

Absolviert man die Weiterbildung in Form eines E-Learning-Kurses, arbeitet man den Unterrichtsstoff vor allem zu Hause am eigenen Computer durch. Aber auch hier sind in der Regel Präsenzphasen an der Bildungseinrichtung in die Lehrgänge integriert. Das heißt, dass bestimmte Unterrichtseinheiten sowie die Prüfungen an der jeweiligen Bildungseinrichtung durchgeführt werden.

Die Weiterbildungslehrgänge werden nicht immer in Wohnortnähe angeboten. Ggf. müssen die zukünftigen Steuerberater/innen längere Fahrtzeiten und vielleicht auch eine auswärtige Übernachtung in Kauf nehmen.

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Ausbildungsbedingungen

Worauf man sich einstellen sollte: Wenn man eine Weiterbildung zum Steuerberater/zur Steuerberaterin absolviert, arbeitet man in der Regel unter der Woche tagsüber weiterhin im Betrieb und lernt am Wochenende oder in den Abendstunden mit anderen Lehrgangsteilnehmern im Klassenverband. Um auf die Weiterbildungsprüfung gut vorbereitet zu sein, müssen die Inhalte zu Hause vor- und nachbereitet werden. Durchhaltevermögen, Selbstdisziplin und eine gute Zeitplanung bilden die Voraussetzung, wenn man Prüfungsvorbereitung, Berufstätigkeit und Privatleben vereinbaren will.

Zum Teil werden Weiterbildungslehrgänge auch als Fernlehrgang in Form von E-Learning angeboten. Dann arbeitet man zu den üblichen Arbeitsstunden im Betrieb und erarbeitet sich das große Lernspektrum selbstständig zu Hause am PC. Das bedeutet, dass man sich die Zeit freier einteilen kann. Allerdings werden noch höhere Anforderungen an Selbstverantwortung und Eigeninitiative gestellt. Auch hier sind die Lehrgangsteilnehmer nicht auf sich allein gestellt: Fachtutoren stehen ihnen bei Fragen zu bestimmten Zeiten telefonisch oder im geschützten Chatroom zur Verfügung. Daneben gibt es Präsenztage in der Bildungseinrichtung, an denen man sich auch mit den anderen Lehrgangsteilnehmern austauschen kann. Da die Lehrgänge häufig nicht am Wohnort angeboten werden, fallen evtl. auch längere Anfahrtswege an, bei größeren Entfernungen unter Umständen auch eine auswärtige Übernachtung.

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Ausbildungskosten

Für den Besuch der Vorbereitungslehrgänge sind Lehrgangsgebühren zu entrichten. Außerdem fallen Anmeldegebühren und Prüfungsgebühren an. Weitere Kosten entstehen für Arbeitsmaterialien und Fachliteratur. Daneben fallen eventuell Fahrtkosten und ggf. auch Kosten für auswärtige Unterbringung an. Die Höhe der Gebühren kann unterschiedlich sein. Angaben hierzu enthält KURSNET - Das Portal für berufliche Aus- und Weiterbildung.

 

Ausbildungsdauer

Die Dauer der Vorbereitungskurse ist rechtlich nicht vorgeschrieben und fällt daher sehr unterschiedlich aus. Abhängig sowohl von der Unterrichtsform (Voll- oder Teilzeit, Fernunterricht oder Wochenendveranstaltungen) als auch von der inhaltsbezogenen Struktur dauern die Lehrgänge i.d.R. bis zu 2 Jahre.

 

Ausbildungsform

Lehrgänge zur Vorbereitung auf die Steuerberaterprüfung (Steuerberaterexamen) finden an schulischen Bildungseinrichtungen unterschiedlicher Träger (z.B. Steuerberaterkammern, Verwaltungs- und Wirtschaftsakademien, private Bildungsträger) statt. Sie finden in Vollzeit- oder Teilzeitform, im Fernunterricht (teilweise mit Nahunterricht) sowie als Wochenendveranstaltungen statt. Sie werden mit unterschiedlicher inhaltlicher Konzeption vom Klausuren-Crashkurs bis hin zum Intensivlehrgang angeboten. Dabei gibt es Lehrgänge, die gezielt nur auf einzelne Prüfungsteile vorbereiten. Einen Überblick über das Angebot an Vorbereitungslehrgängen bietet KURSNET - Das Portal für berufliche Aus- und Weiterbildung.

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Ausbildungsaufbau

Beispiel einer Stundentafel für ein Seminar zur Vorbereitung auf die Steuerberaterprüfung:

  • Abgabenordnungen/Finanzgerichtsordnung ca. 83 Stunden
  • Bewertung/Erbschaftsteuer (inkl. Erbrecht und Grunderwerbsteuer) ca. 61Stunden
  • Buchführung/Bilanzwesen (Bilanzsteuerrecht) ca. 108 Stunden
  • Besteuerung der Personengesellschaften ca. 40 Stunden
  • Einkommen- und Gewerbesteuer ca. 134 Stunden
  • Körperschaftsteuer ca. 62 Stunden
  • Umwandlungssteuerrecht ca. 32 Stunden
  • Umsatzsteuer Stunden ca. 83 Stunden
  • Summe: ca. 620 Stunden

Einen Überblick über das Angebot der einzelnen Bildungseinrichtungen bietet KURSNET - Das Portal für berufliche Aus- und Weiterbildung.

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Abschlussprüfung

Am Ende der Weiterbildung wird eine Abschlussprüfung durchgeführt, die aus einem schriftlichen und einem mündlichen Teil besteht. Die schriftliche Prüfung umfasst die Prüfungsgebiete

  • steuerliches Verfahrensrecht sowie Steuerstraf- und Steuerordnungswidrigkeitenrecht
  • Steuern vom Einkommen und Ertrag
  • Bewertungsrecht, Erbschaftssteuer und Grundsteuer
  • Verbrauchs- und Verkehrssteuern, Grundzüge des Zollrechts
  • Handelsrecht sowie Grundzüge des Bürgerlichen Rechts, des Gesellschaftsrechts, des Insolvenzrechts und des Rechts der Europäischen Union
  • Betriebswirtschaft und Rechnungswesen
  • Volkswirtschaft
  • Berufsrecht

Hieraus sind drei Aufgaben zu bearbeiten. Zwei Aufgaben beschäftigen sich mit steuerrechtlichen Inhalten, die dritte ist aus dem Bereich Buchführung und Bilanzwesen zu stellen. Die Bearbeitungszeit soll für jede Arbeit mindestens vier und höchstens sechs Stunden betragen.

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Weiterbildung

Anpassungsweiterbildung

Je nachdem, welche Aufgaben man übernimmt - z.B. Steuererklärungen oder Beratung in internationalen Steuerfragen -, kommen verschiedene Weiterbildungsangebote infrage.

 

Qualifizierungslehrgänge (Auswahl)

  • Steuerwesen, Steuerberatung, Wirtschaftsprüfwesen 
  • Steuerrecht 
  • Betriebswirtschaftliche Steuerlehre 
  • Finanz- und Rechnungswesen, Buchführung und Bilanz, Controlling und Revision 
  • EDV-Anwendungen im kaufmännisch-betriebswirtschaftlichen Bereich 
  • Unternehmenskauf und -verkauf, Unternehmensnachfolge, Unternehmensbewertung 
  • Wirtschafts-, Unternehmensberatung, Wirtschaftsförderung 
  • Versicherungen 
  • Finanzierung, Kreditgeschäft 
  • Betriebliche Organisation - allgemein 
  • Personal- und betriebliches Sozialwesen 
  • Betriebliches Aus- und Fortbildungswesen - allgemein 
  • Management, Unternehmensplanung, Projektmanagement - Finanzdienstleistungen, Versicherung, Immobilien 
  • Mitarbeiterführung; Teamführung, -arbeit 
  • Kommunikative Kompetenzen 

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Aufstiegsweiterbildung

Nach dem Abschluss als Steuerberater/in kann man eine Weiterbildung absolvieren, z.B.:

  • Wirtschaftsprüfer/Wirtschaftsprüferin

Weitere Infos www.arbeitsagentur.de

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